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Umwege erhöhen die Ortskenntnis: Warum ich mein Buch jetzt selbst verlege

Man malt sich diesen Moment in den schönsten Farben aus: Das Manuskript ist fertig, man schnürt sein Herzensprojekt zu einem Paket, schickt es voller Hoffnung an die Traumverlage – und dann knallen irgendwann die Korken.

Die Realität sieht allerdings oft ein bisschen anders aus.

In den letzten Monaten habe ich mein Manuskript für This is the Way – Als Atheist auf dem Jakobsweg an zehn verschiedene Verlage geschickt. Das ernüchternde Ergebnis? Stille. Keine begeisterten Zusagen, ja nicht einmal standardisierte Absagen. Einfach gar keine Antwort.

Dieses monatelange Warten ist auf Dauer regelrecht zermürbend. Jeden Tag geht man mit einer Mischung aus bangender Erwartung und Resthoffnung zum Briefkasten – oft sogar mehrmals –, und am Ende bleibt es doch nur leer. Wer schon einmal so viel Arbeit, Zeit und Emotionen in ein Projekt gesteckt hat, weiß: Solches „Ghosting“ und diese ständige Hängepartie nagen unweigerlich am Selbstvertrauen. Man fängt an zu zweifeln. Ist der Text nicht gut genug? Interessiert das Thema niemanden?

Aber wenn mich meine Reise auf dem Camino eines gelehrt hat, dann das: Man bleibt nicht einfach deprimiert am Wegesrand sitzen, nur weil die Füße schmerzen oder der Pfad steiler wird. Man steht auf, richtet den Rucksack und geht den nächsten Schritt.

Rückschläge gehören zu jedem großen Projekt dazu. Sie sind keine Stoppschilder, sondern lediglich Umleitungen.

Ich glaube fest an mein Buch. Und sind wir mal ehrlich: Verlage haben in der Vergangenheit schon oft genug ein erschreckend schlechtes Händchen bei der Auswahl bewiesen. Man denke nur an J.K. Rowling, deren Manuskript für Harry Potter von zwölf verschiedenen Verlagen abgelehnt wurde. Oder an Bestseller wie Der Marsianer, die einst als belächelte Self-Publishing-Projekte begannen. Versteht mich nicht falsch: Ich maße mir nicht im Ansatz an, dass mein Manuskript die literarische Qualität oder die schwindelerregenden Verkaufszahlen solcher Welterfolge erreicht. Darum geht es mir auch gar nicht. Es geht um die schlichte Erkenntnis, dass große Häuser das Potenzial von Herzensprojekten abseits des Mainstreams oft schlichtweg übersehen. Warum also sollte ich darauf warten, dass ein fremder Verlag entscheidet, ob meine Geschichte gelesen werden darf oder nicht?

Ich habe beschlossen, das Ruder einfach selbst in die Hand zu nehmen. Wenn die Verlage nicht wollen, dann mache ich es eben selbst: Ich werde mein Buch im Self-Publishing herausbringen.

Genau wegen der monatelangen Ungewissheit fühlt sich dieser Schritt jetzt so unglaublich befreiend an. Die zermürbende Warterei hat ein Ende. Auf einmal bin ich nicht mehr der Bittsteller, der jeden Tag den Briefkasten anstarrt, sondern der Projektmanager meines eigenen Buches. Ich habe die volle kreative Kontrolle über das Cover, das Layout und den Zeitpunkt der Veröffentlichung.

Es wird vielleicht ein steilerer Weg. Ja, dieser Schritt kostet Mut und vor allem Geld – schließlich trage ich nun alle Investitionen für Lektorat, Buchsatz und Vertrieb selbst –, aber das ist es mir für dieses Herzensprojekt absolut wert. Aufgeben war nie meine Stärke. An alle, die da draußen an einem eigenen Projekt arbeiten und gerade einen Dämpfer kassiert haben: Glaubt an euch. Lasst euch nicht entmutigen. Wenn sich die Vordertür nicht öffnet, baut euch einfach eure eigene Tür.

Ich nehme euch auf jeden Fall weiter mit auf diese Reise und halte euch hier auf dem Laufenden, wie meine ersten Schritte als „eigener Verleger“ aussehen!

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